Beschwerden
Brennende Füße in der Nacht: Was dahinterstecken kann
Tagsüber ist es auszuhalten, doch sobald es im Haus still wird, beginnen die Füße zu brennen. Viele Menschen kennen das seit Jahren und sprechen kaum darüber. Hier lesen Sie, welche Ursachen infrage kommen, warum die Nacht oft am schwersten ist und was Sie sinnvoll tun können.
Von der Redaktion von Ruhige Füße · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Ein häufiges, aber selten besprochenes Problem
Brennende Füße gehören zu den Beschwerden, über die man in der Arztpraxis oft nur am Rande spricht. Viele halten das Gefühl für eine Begleiterscheinung des Alters und finden sich damit ab. Andere schämen sich, weil sie nachts die Bettdecke nicht mehr auf den Füßen ertragen oder barfuß auf den kalten Küchenfliesen stehen, bis das Brennen nachlässt. Das ist kein Übertreiben. Das Brennen ist ein echtes Signal des Körpers, und es lohnt sich, ihm nachzugehen.
Warum es abends und nachts stärker wird
Dass die Beschwerden am Abend zunehmen, berichten sehr viele Betroffene. Dafür gibt es mehrere naheliegende Erklärungen:
- Weniger Ablenkung. Tagsüber ist das Gehirn mit Geräuschen, Gesprächen und Bewegung beschäftigt. In der Ruhe des Abends treten Signale aus dem Körper stärker in den Vordergrund.
- Wärme unter der Decke. Unter einer warmen Bettdecke staut sich die Wärme an den Füßen. Empfindliche Nerven melden das leicht als Brennen.
- Müdigkeit. Wer schlecht schläft, empfindet Beschwerden am nächsten Abend oft stärker. So entsteht schnell ein Kreislauf aus Unruhe und Schlafmangel.
Mögliche Ursachen
Hinter brennenden Füßen können ganz unterschiedliche Dinge stecken. Häufig sind die feinen Nerven in den Füßen gereizt oder geschädigt; Ärzte sprechen dann von einer Polyneuropathie. Man kann sich diese Nerven wie ein Kabel vorstellen: Solange die Isolierung intakt ist, kommen die Signale sauber an. Ist sie abgenutzt, entstehen Fehlmeldungen, und das Gehirn meldet Brennen, Kribbeln oder Taubheit, obwohl am Fuß äußerlich nichts zu sehen ist.
Zu den bekannten Auslösern gehören:
- Diabetes: eine der häufigsten Ursachen für Beschwerden an den Füßen. Kontrolle und Behandlung gehören in die Hand Ihres Arztes.
- ein Mangel an Vitamin B12 oder anderen B-Vitaminen
- regelmäßiger Alkoholkonsum über längere Zeit
- Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nieren
- Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
- Fußpilz, Hautreizungen oder zu enge, schlecht belüftete Schuhe
Bei manchen Menschen findet sich trotz gründlicher Untersuchung keine eindeutige Ursache. Auch das kommt vor und bedeutet nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind.

Was Sie selbst tun können
Die Füße täglich ansehen
Wenn das Gefühl in den Füßen nachlässt, bemerkt man kleine Verletzungen, Druckstellen oder Blasen manchmal nicht. Ein kurzer Blick am Abend, bei Bedarf mit einem Handspiegel, gehört deshalb zur Routine. Waschen Sie die Füße mit lauwarmem Wasser, trocknen Sie sie gut ab, auch zwischen den Zehen, und cremen Sie trockene Haut ein.
Gutes Schuhwerk
Bequeme, ausreichend weite Schuhe mit weicher Sohle entlasten die Füße. Socken aus Baumwolle oder Wolle ohne drückende Nähte sind meist angenehmer als Kunstfasern.
Bewegung am Tag
Regelmäßige, ruhige Bewegung wie ein Spaziergang, Radfahren oder Gymnastik im Sitzen fördert die Durchblutung und hilft vielen, abends besser zur Ruhe zu kommen.
Den Abend entlasten
Eine leichtere Decke, ein kühles Schlafzimmer und feste Schlafenszeiten können die Nacht erträglicher machen. Ausführliche Tipps finden Sie in unserem Beitrag Besser schlafen trotz Fußbeschwerden.
Was Sie lieber lassen sollten
Im Internet kursieren viele Hausmittel für die Füße: Eiswürfel zwischen den Zehen, heiße Fußbäder, Salzbäder oder die Wärmflasche am Fußende. Davon raten wir ab. Wenn die Empfindung in den Füßen vermindert ist, merkt man zu große Kälte oder Hitze oft erst, wenn die Haut schon gelitten hat. Das gilt auch für langes Stehen auf sehr kalten Böden. Bleiben Sie bei den sanften Wegen oben und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn das Brennen Sie nachts wach hält.
Wenn Sie für Ihre Eltern recherchieren
Oft sind es nicht die Betroffenen selbst, die nach Antworten suchen, sondern Töchter, Söhne oder Partner. Sie hören nachts Schritte auf dem Flur oder merken, dass der Vater keine Lust mehr auf den gemeinsamen Spaziergang hat. Viele ältere Menschen sprechen ungern über ihre Füße, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Ein ruhiges Gespräch ohne Vorwürfe hilft mehr als ein Stapel ausgedruckter Artikel. Fragen Sie nach, wie die Nächte sind, und bieten Sie an, zum nächsten Arzttermin mitzukommen. Schon das Gefühl, mit dem Problem nicht allein zu sein, entlastet.
Wann Sie es abklären lassen sollten
Brennen die Füße über Wochen, kommen Taubheit, Unsicherheit beim Gehen oder Muskelschwäche hinzu oder breiten sich die Beschwerden aus, sollten Sie das ärztlich untersuchen lassen. Eine Übersicht über Warnzeichen finden Sie unter Fußbeschwerden: Wann zum Arzt?. Je früher die Ursache bekannt ist, desto gezielter lässt sich handeln.
Häufige Fragen
Warum brennen meine Füße vor allem nachts?
Abends fehlt die Ablenkung des Tages, und unter der Bettdecke staut sich Wärme. Gereizte Nerven melden sich dann stärker. Hinzu kommt, dass Müdigkeit Beschwerden intensiver wirken lässt.
Kann ein Vitaminmangel brennende Füße verursachen?
Ja, vor allem ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Nervenbeschwerden in den Füßen führen. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt eine Blutuntersuchung beim Arzt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über B-Vitamine und Nerven.
Hilft es, die Füße mit Eis oder kaltem Wasser zu kühlen?
Davon raten wir ab. Wenn die Empfindung in den Füßen nachgelassen hat, bemerkt man Kälteschäden oder Verbrennungen oft zu spät. Eine leichtere Decke und ein kühles Schlafzimmer sind die sicherere Wahl.
Welcher Arzt ist für brennende Füße zuständig?
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Dort werden die wichtigsten Blutwerte bestimmt. Bei Bedarf folgt eine Überweisung zum Neurologen, der die Nerven genauer untersucht.
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