Arztbesuch
Fußbeschwerden: Wann zum Arzt und wie Sie sich vorbereiten
Viele warten lange, bevor sie mit brennenden oder tauben Füßen in die Praxis gehen. Man will nicht jammern, und vielleicht hat man schon einmal gehört, das sei eben so. Dabei gibt es klare Zeichen, wann Sie nicht warten sollten, und ein paar einfache Schritte, die den Termin ergiebiger machen.
Von der Redaktion von Ruhige Füße · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Ohne Zögern: Notruf 112
Rufen Sie ohne Zögern den Notruf 112, wenn Folgendes auftritt:
- plötzliche Taubheit oder Lähmung einer Körperseite, etwa in Arm und Bein
- ein hängender Mundwinkel, verwaschene Sprache oder plötzliche Sehstörungen
- plötzliche Schwäche in beiden Beinen, besonders zusammen mit Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Diese Zeichen können auf einen Schlaganfall oder eine Einengung der Nerven im Rücken hinweisen, bei denen jede Minute zählt. Die 112 funktioniert in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
In den nächsten Tagen: zeitnah in die Praxis
Vereinbaren Sie möglichst bald einen Termin, wenn:
- die Beschwerden innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen deutlich zunehmen
- Sie Schwäche in den Füßen bemerken, etwa beim Treppensteigen, oder unsicherer gehen
- nur ein Fuß betroffen ist
- Sie eine Wunde, Rötung, Schwellung oder Blase am Fuß entdecken, die Sie nicht gespürt haben
- zusätzlich Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder starke Rückenschmerzen auftreten
Nachts und am Wochenende erreichen Sie in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. In Österreich und der Schweiz gibt es vergleichbare Gesundheitsnummern.
Bei nächster Gelegenheit: die Ursache klären
Auch wenn nichts davon zutrifft, lohnt sich ein Termin, sobald Brennen, Kribbeln oder Taubheit über einige Wochen anhalten oder Ihnen den Schlaf rauben. Wer einen bekannten Diabetes hat, sollte seine Füße zudem regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen. Diabetes ist eine häufige Ursache für Beschwerden an den Füßen, und die Begleitung gehört in die Hand des Arztes.

Welcher Arzt ist zuständig?
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Dort werden Gespräch, einfache Tests und Blutuntersuchungen gemacht. Bei Bedarf überweist der Hausarzt zum Neurologen, der die Nerven genauer untersucht. Für die Pflege empfindlicher Füße gibt es Podologinnen und Podologen, also medizinische Fußpflege.
Auf einen Termin beim Facharzt muss man mitunter länger warten. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen: Der Hausarzt kann die wichtigsten Untersuchungen bereits vorab erledigen und bei Bedarf vermerken, dass die Überweisung dringlich ist. In Deutschland hilft außerdem die Terminservicestelle, die ebenfalls über die 116 117 erreichbar ist, bei der Suche nach einem Facharzttermin.
So bereiten Sie sich vor
- Beschwerdetagebuch: Notieren Sie eine Woche lang, wann die Beschwerden auftreten, wo genau und wie sie sich anfühlen. Brennen, Kribbeln, Taubheit, Stechen: Die Worte helfen dem Arzt.
- Medikamentenliste: Schreiben Sie alles auf, was Sie einnehmen, auch Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel.
- Fragen vorbereiten: zum Beispiel: Was könnte die Ursache sein? Welche Untersuchungen sind sinnvoll? Was kann ich selbst tun? Wann sollte ich wiederkommen?
- Begleitung mitnehmen: Eine Tochter, ein Sohn oder der Partner hört mit und kann nachfragen. Vier Ohren hören mehr als zwei.
Welche Untersuchungen Sie erwarten, beschreiben wir in Kribbeln und Taubheit in den Füßen.
Wenn Sie Ihre Eltern begleiten
Gerade bei älteren Menschen sind es oft die erwachsenen Kinder, die einen Arzttermin anstoßen. Das ist hilfreich, solange die Entscheidung bei der betroffenen Person bleibt. Fragen Sie, ob Ihre Mutter oder Ihr Vater Begleitung möchte, und vereinbaren Sie vorher, wer was anspricht. Während des Gesprächs können Sie mitschreiben, damit später niemand rätseln muss, was gesagt wurde. Nach dem Termin hilft eine kurze Zusammenfassung auf Papier: Welche Untersuchungen stehen an, was soll im Alltag beachtet werden, wann ist der nächste Termin? So bleibt die Würde gewahrt, und trotzdem geht nichts verloren.
Regelmäßige Fußkontrolle
Wer Nervenbeschwerden in den Füßen hat, profitiert von einem festen Rhythmus: täglich selbst hinschauen, regelmäßig in der Praxis die Füße untersuchen lassen und die Nägel lieber von einer medizinischen Fußpflege schneiden lassen, wenn das Bücken schwerfällt oder das Gefühl in den Zehen nachgelassen hat.
Trauen Sie sich nachzufragen
Vielleicht haben Sie schon einmal gehört: „Das ist eben so.“ Manchmal stimmt das, weil sich trotz Untersuchung keine Ursache findet. Trotzdem dürfen Sie nachfragen, um eine Erklärung bitten oder, wenn Sie unsicher sind, eine zweite Meinung einholen. Das ist kein Misstrauen gegenüber Ihrem Arzt, sondern Ihr gutes Recht.
Und noch etwas: Ändern oder beenden Sie verordnete Medikamente nie ohne Rücksprache, auch wenn Sie etwas Neues ausprobieren möchten. Bringen Sie Ihre Fragen lieber mit in die Praxis. Tipps für die Zeit bis zum Termin finden Sie in Besser schlafen trotz Fußbeschwerden.
Häufige Fragen
Wann sind taube Füße ein Notfall?
Wenn die Taubheit plötzlich auftritt, nur eine Körperseite betrifft, mit Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen einhergeht oder beide Beine plötzlich schwach werden. Dann rufen Sie ohne Zögern den Notruf 112.
Zu welchem Arzt gehe ich mit Kribbeln in den Füßen?
Zuerst zum Hausarzt. Er bestimmt wichtige Blutwerte und überweist bei Bedarf zum Neurologen.
Was sollte ich zum Arzttermin mitnehmen?
Ein kurzes Beschwerdetagebuch, eine Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Ihre Fragen und am besten eine Begleitperson.
Was gilt für meine Medikamente, wenn ich etwas Neues ausprobieren möchte?
Verordnete Medikamente sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ändern oder beenden.
Weiterlesen
BeschwerdenKribbeln und taube Füße: Ursachen und erste Schritte
Wie sich Nervenbeschwerden anfühlen, was harmlos ist und was der Arzt untersucht.4 Min. Lesezeit
BeschwerdenBrennende Füße nachts: Mögliche Ursachen und was hilft
Warum das Brennen abends zunimmt, welche Ursachen infrage kommen und was Sie selbst tun können.4 Min. LesezeitDieser Artikel dient der allgemeinen Information, ist keine medizinische Beratung und ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Zuletzt aktualisiert am 3. November 2026. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns an kontakt@neuroschutz.blog.